Die US-Schachmeisterschaften 2026 begannen am Freitag, dem 9. Oktober, im Saint Louis Chess Club. Dr. Jeanne Cairns Sinquefield läutete die Glocke zum Auftakt der ersten Runde. Drei der sechs Partien im offenen Wettbewerb endeten eindeutig: Wesley So, Awonder Liang und Jeffery Xiong gewannen jeweils mit den weißen Steinen.
Drei Spieler kristallisierten sich früh als Führende der offenen Gruppe heraus: Wesley So, Awonder Liang und Jeffery Xiong besiegten Sam Shankland, Hans Niemann bzw. Sam Sevian. Alle drei Sieger spielten mit Weiß, die übrigen Partien endeten remis. So war der einzige höher eingestufte Spieler, der einen Sieg erringen konnte, obwohl sein Match gegen Shankland alles andere als einfach war.
Das erste Ergebnis des Turniers fiel relativ schnell. Levon Aronian, die Nummer drei der Setzliste, traf in einer Partie, die 17 Züge dauerte, auf Titelverteidiger Fabiano Caruana. Caruana, der mit Schwarz spielte, versuchte eine neue Eröffnungsidee und fand bald einen Weg, ein Dauerschach zu erzwingen, wodurch die Begegnung frühzeitig beendet wurde.
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Die beiden anderen Remispartien dauerten deutlich länger. Abhimanyu Mishra und Ray Robson einigten sich im 35. Zug auf einen Punktgewinn, nachdem sie ein Turmendspiel mit jeweils vier Bauern erreicht hatten. Grigoriy Oparin und Andy Woodward spielten derweil bis zum 45. Zug, als sie sich in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, in dem Woodward einen Mehrbauern hatte, auf ein Remis einigten.

Levon Aronian | Foto: Crystal Fuller
Wesley So, dreimaliger US-Meister, startete mit einem Sieg nach 80 Zügen gegen Sam Shankland in den Turnierkalender. Das Ergebnis war ein passendes Geburtstagsgeschenk für So, der am Freitag 33 Jahre alt wurde, obwohl die Partie genauso gut anders hätte ausgehen können.
So, der mit Weiß spielte, errang in einem zweischneidigen Mittelspiel einen klaren Vorteil. Seine Stellung bot vielversprechende Angriffsmöglichkeiten, nachdem er die Bauern auf die g- und h-Linie vorgerückt hatte, doch die Bewertung änderte sich dramatisch, als er im 38. Zug einen Fehler beging.
38.Sg3?? (38.Sh6 wäre korrekt gewesen) erlaubte 38…Txe5!, woraufhin 39.Txe5 Dxg4 Schwarz einen Gewinnangriff am Damenflügel ermöglichte, wobei Dame, Springer und Turm (der über f2 vorstoßen würde) bereit wären, die Partie schnell zu gewinnen. Shankland fand jedoch keine Fortsetzung und spielte stattdessen 38…c5?, woraus eine nahezu ausgeglichene Stellung entstand.
Obwohl er zuvor eine Chance auf einen deutlicheren Vorteil verpasst hatte, setzte So seinen Druck fort. Er behielt einen leichten positionellen Vorteil, und die Stellung vereinfachte sich schließlich zu einem Turmendspiel, in dem er einen Mehrbauern hatte. Die Aufstellung war für Shankland objektiv verteidigungsfähig, doch um das Remis zu halten, war beträchtliche Präzision erforderlich.
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So stellte er immer wieder praktische Probleme, und seine Beharrlichkeit zahlte sich schließlich aus. Shankland unterlief ein technischer Fehler, der es seinem Gegner ermöglichte, den Mehrbauern in einen Gewinnvorteil umzuwandeln.

Geburtstagskind Wesley So | Foto: Crystal Fuller
Awonder Liang errang einen möglicherweise entscheidenden Sieg gegen Hans Niemann, seinen Teamkollegen von der Schacholympiade in Samarkand. Mit Weiß gewann Liang im frühen Mittelspiel die Oberhand und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus, da Niemann Schwierigkeiten hatte, eine zufriedenstellende Verteidigungsstrategie zu entwickeln.
Ein kritischer Moment kam im 19. Zug, als Niemann fast eine halbe Stunde lang über seine Möglichkeiten nachdachte, bevor er sich für ein unpräzises Manöver entschied.
Liang reagierte darauf, indem er die Koordination seiner Figuren verbesserte, seine Kräfte zentralisierte und auf beiden Seiten des Bretts Bedrohungen schuf.
Sobald es Liang gelang, einen Springer auf e6 zu etablieren, wurde seine positionelle Überlegenheit deutlich, da der Springer mehrere wichtige Felder dominierte.
Für Niemann wurde die Situation noch schwieriger durch seinen erheblichen Zeitnachteil: Zeitweise hatte Liang noch 41 Minuten, sein Gegner hingegen nur 14.
Weitere Ungenauigkeiten von Niemann ermöglichten es Liang, den Druck zu erhöhen. Mit seiner Dame, seinem Turm und seinem Springer tief in der schwarzen Stellung hatte Liang im 34. Zug einen entscheidenden Vorteil.
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Niemann trat von dieser Position zurück.

Hans Niemann | Foto: Crystal Fuller
Die dritte entscheidende Partie im offenen Wettbewerb bestritten Jeffery Xiong und Sam Sevian, zwei Spieler derselben Generation. Beide wurden im Jahr 2000 geboren und sind aktuell 25 Jahre alt. Ihre Partie begann mit einer Bogo-Indischen Verteidigung und blieb über weite Strecken relativ ausgeglichen. Xiong, der mit Weiß spielte, behielt zwar die Initiative, doch Sevian schien über genügend defensive Mittel zu verfügen, um die Stellung unter Kontrolle zu halten.
Nach einigen Abtauschen erreichten die Spieler ein Turmendspiel mit vier Bauern für Xiong und drei für Xiong. Trotz des Materialungleichgewichts war die Stellung objektiv remis, und Sevian schien zunächst die notwendige Verteidigungstechnik anzuwenden.
Der entscheidende Fehler unterlief ihm erst nach dem Turmtausch. Im Endspiel mit König und Bauer gelang es Sevian nicht, die Fortsetzung zu finden, die das Gleichgewicht gehalten hätte.
Das Ergebnis verdeutlichte, wie anspruchsvoll das technische Spiel selbst für etablierte Großmeister in scheinbar einfachen Stellungen ist. Sevian hatte über weite Strecken der Partie eine leicht unterlegene Stellung erfolgreich verteidigt, nur um dann in einem Endspiel, das präzise Berechnungen erforderte, den Faden zu verlieren.

Jeffery Xiong | Foto: Crystal Fuller
Die erste Runde der Damenmeisterschaft endete mit vier entscheidenden Partien, in denen Rachael Li, Anna Zatonskih, Thalia Cervantes und Megan Paragua jeweils die volle Punktzahl erreichten. Bemerkenswert ist, dass jede der vier Siegerinnen die niedriger eingestufte Spielerin in ihrer jeweiligen Begegnung war.
The main pairing of the day brought together the two highest-rated participants, Alice Lee and defending champion Carissa Yip. Lee had the white pieces and Yip tried the King's Indian Defence. It was Black who obtained the more promising position in the middlegame.
Yip, in fact, built up a clear advantage and had several opportunities to secure a winning position, but failed to find the strongest continuations.
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Lee organised her defence and gradually reduced the pressure. She made the most of the chances offered by her opponent and eventually escaped with a draw.

Defending champion Carissa Yip | Photo: Crystal Fuller
Two of the decisive encounters were largely decided by sustained positional pressure. Anna Zatonskih, a two-time US women's champion, defeated Rose Atwell after obtaining a favourable position from the black side of a French Defence and steadily increasing her advantage. Megan Paragua followed a similar path against Anna Sargsyan, making effective use of an early positional edge to collect the full point.
The remaining victories were more dramatic. Both Rachael Li and Thalia Cervantes had to recover from clearly inferior positions before their opponents committed decisive errors.

Nazi Paikidze started the event with a draw | Photo: Crystal Fuller
The most surprising moments of the opening round came in the encounter between Rachael Li and Irina Krush. The experienced grandmaster, playing black, employed the Sicilian Defence and obtained a clear advantage, seemingly putting herself in a strong position to begin the tournament with a victory.
However, Krush had used a considerable amount of time and was approaching the first time control in serious time trouble. By move 30, she had less than one minute remaining on her clock. Under these circumstances, the eight-time US women's champion committed an extraordinary blunder, leaving her queen completely undefended.
Li immediately captured the piece, prompting her opponent's resignation.
During the broadcast, commentator Maurice Ashley recalled a conversation in which Krush had acknowledged that her tendency to struggle under time pressure was an issue she needed to address to achieve more consistent results.
Another game in which the player with the advantage eventually lost was Tatev Abrahamyan's encounter with Thalia Cervantes. Abrahamyan, playing white, obtained a promising position and appeared to be on course for a favourable result. Her main assets were connected passed pawns on the c- and d-files, which gave her great winning chances. Cervantes, however, retained active possibilities along the semi-open g-file.
As the players approached the time control, Abrahamyan failed to appreciate the tactical dangers facing her king.
Cervantes' attack proved decisive, completing another reversal in a round characterised by several missed opportunities.